(TE) Als eine Sonderaufgabe stellt die Freiwillige Feuerwehr Praunheim die Dekontaminations-Staffel im GABC-Zug. Zur weiteren Ausbildung im Bereich „GABC“ (Gefahrstoff-Atomar-Biologisch-Chemisch) an der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Kassel, ist der „Atemschutzgeräteträgerlehrgang II“ Voraussetzung. Um hier noch einige Lücken bei den Praunheimer Kameraden zu schließen, wurde im September dieser Lehrgang durch die Akademie der Feuerwehr Frankfurt angeboten.

Auch einige Kameraden, die diese Ausbildung in der Vergangenheit bereits absolviert hatten, nutzten die Gelegenheit ihr Wissen aufzufrischen und nahmen ebenfalls am Lehrgang teil. Der Schwerpunkt des Lehrgangs ist der Umgang mit dem Chemikalienschutzanzug (CSA), der den Träger komplett von der Umwelt isoliert und so vor Gefahrstoffen schützt. Zur Atemluftversorgung wird unter dem Anzug ein Atemschutzgerät getragen.

Zunächst wurden die theoretischen Lerninhalte (Rechtsgrundlagen, Aus- und Fortbildung von CSA-Trägern, Arten von Schutzanzügen, Aufbau und Funktion, Prüfung sowie Reinigung und Desinfektion des CSA) an einem Abend vermittelt.
Der Großteil der Ausbildung war an einem kompletten Samstag. Die praktischen Übungen unter CSA wurden im FRTC (Feuerwehr & Rettungs Trainings Center) durchgeführt. Bei den praktischen Übungen wurde, wie im Atemschutzeinsatz üblich, immer Truppweise (zwei Personen) vorgegangen. Das Tragen des CSA ist gegenüber dem „gewöhnlichen“ Atemschutzgerät noch um einiges anstrengender. Der Träger ist in Sicht, Beweglichkeit und Kommunikation stark eingeschränkt. Der CSA belastet außerdem mit zusätzlichem Gewicht und es kommt schnell zum Wärmestau. Da, bevor wieder „normale“ Luft geatmet werden kann, der Anzug dekontaminiert werden muss, ist die Einsatzdauer stark eingeschränkt. Hier ein Einsatzbeispiel:

Anlegen des CSA:                 2 Minuten
Weg zum Einsatzort:             2 Minuten
Durchführung des Einsatzauftrages:     16 Minuten
Dekontamination, Ablegen des CSA:    10 Minuten

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Summe:                     30 Minuten

Als erstes wurde eine Gewöhnungsübung absolviert, bei der nach ca. 100 m Fußstrecke eine Laderampe über eine Steckleiter erreicht werden musste. Hier galt es, das aus einem umgefallenen Fass ausgetretene Granulat aufzunehmen und sicher in einem Überfass unterzubringen. Danach musste in der angrenzenden Lagerhalle ein schwerer Rohrflansch montiert bzw. demontiert werden. Zurück in der Übungshalle wartete noch die knifflige Aufgabe, eine auf dem Boden liegende 1-Cent Münze aufzuheben. Nach einer angedeuteten Dekontamination konnten die Teilnehmer erst einmal wieder aus den schweren Anzügen heraus.   
Nach der Mittagspause folgte die zweite Übung. Diese wurde dann deutlich anstrengender. Auf der bereits bekannten Strecke mussten jetzt zusätzlich vier Schlauchtragekörbe mitgenommen werden. Angekommen schickte der Ausbilder die Trupps über ein Treppenhaus in den fünften Stock. Wieder unten angekommen, musste nach weiteren 100 Metern Fußmarsch ein Kesselwagen bestiegen und ein Gefahrgut-Saugschlauch in die obere Öffnung des Kesselwagens vorgenommen werden. Nach dem Weg zurück waren alle Teilnehmer sichtlich gefordert.
Es folgte die Reinigung und Desinfektion der CSA. Benutzte Geräte und Materialien wurden aufgeräumt, bevor die Teilnehmer geschafft aber glücklich die Teilnehmerurkunden in Empfang nehmen konnten. Auch der Ausbilder zeigte sich zufrieden mit den gezeigten Leistungen. Die Teilnehmer lobten vor allem die praxisnahen Übungen.

 

BILDERGALERIE


Ansprechpartner

Marcus Döpfner
Wehrführer

Gerhard Suchomel
stellvertretender Wehrführer

wehrfuehrer[at]feuerwehr-praunheim.de

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